Fisch-Gattungen




Gattung:
Hoplisoma
Familie:
Callichthyidae
(Panzer- und Schwielenwelse)
Ordnung:
Siluriformes
(Welsartige)
Hoplisoma ist eine Gattung kleiner Süßwasserfische aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) innerhalb der Ordnung der Welsartigen (Siluriformes). Der Gattungsname bezieht sich auf die knöchernen Knochenplatten auf dem Körper der Fische.
Hoplisoma sind in den Süßgewässern Südamerikas heimisch. Diese Welse bevorzugen flache, langsam bis schnell fließende Bäche und Flüsse. Sie leben bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, den sie nach Nahrung durchwühlen.
Die Körperform von Hoplisoma ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse.
Die Rückenlinie ist deutlich stärker gebogen als die Bauchlinie.
Die Schnauze dieser Welse ist kurz und vorne dorsal abgerundet. Das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben.
Anstelle von Schuppen ist ihr Körper mit zwei Reihen von Knochenplatten bedeckt. Diese sind dachziegelartig angeordnet und überlappen sich, sodass die Fische gut gegen Fressfeinde geschützt sind. Die obere Reihe besteht in der Regel aus 21 bis 24 Platten, die untere aus 19 bis 21. Charakteristisch für die Gattung Hoplisoma ist das Fehlen von Knochenschildern auf der Schnauze.
Die Färbung dieser Fische variiert von gelblich über gräulich-gelb und bräunlich-gelb bis hin zu silbrig. In der Regel sind der komplette Körper oder Teile davon mit dunklen Flecken oder Punkten bedeckt, die oft in horizontalen Reihen angeordnet sind.
Hoplisoma-Arten verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse und den Brustflossen. In der Nähe dieser Stachelbasen befinden sich Giftdrüsen, deren Sekret bei einer Verletzung oder starkem Stress abgegeben werden kann. Grundsätzlich geht man davon aus, dass die meisten Panzerwelse der Gattung Hoplisoma Giftstoffe absondern können, wobei die Intensität variiert. Bei der Art Hoplisoma noxium stellten Forscher ein besonders starkes Toxin fest.
Der hintere Rand des Rücken- und Brustflossenstachels ist in der Regel gezackt. Die Zacken sind, bis auf wenige Ausnahmen, zur Stachelspitze ausgerichtet.
Bei der Gattung Brochis zeigen diese Zacken hingegen zur Basis des Stachels. Bei der Gattung Scleromystax ist der Stachel der Rückenflosse zackenlos, während die Zacken des Brustflossenstachels zur Stachelbasis zeigen.
Bei den Gattungen Corydoras und Gastrodermus zeigen die Zacken des Rückenflossenstachels nach oben und die des Brustflossenstachels zur Brustflossenbasis.
Bei Arten der Gattung Hoplisoma ist das Mesethmoid (ein Schädelknochen) relativ klein bis mittelgroß. Bei der Gattung Gastrodermus ist dieser Schädelknochen dagegen ausgesprochen kurz, bei der Gattung Corydoras ist er groß und bei der der Gattung Brochis sehr groß.
Die Weibchen der Gattung Hoplisoma sind in der Regel größer und kräftiger als die Männchen. Außerdem ist die Bauchseite der Weibchen stärker ausgebuchtet.
Auch bei der Rückenflosse gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Sie kann beim Weibchen kleiner oder abgerundet sein, beim Männchen ist sie dagegen größer und oben zugespitzt. Bei einigen Arten sind zudem die Stacheln der Brustflossen und die Beborstung der Schnauze stärker ausgeprägt.
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Hoplisoma. Abweichungen findet ihr in der jeweiligen Artenbeschreibung.
Da Panzerwelse ein Darmatmer sind, nehmen sie auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Sie sollten daher freien Zugang zur Oberfläche haben.
Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Aquarien für Panzerwelse sollten ein Volumen von etwa 100–200 Litern und einen relativ niedrigen Wasserstand von etwa 20–25 cm besitzen.
Die Wassertemperatur sollte bei etwa 25 °C liegen, der pH-Wert bei 7,0 oder etwas niedriger und die Gesamthärte zwischen 5 und 10 °dH betragen.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Das Becken sollte im Hintergrund eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen – beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn – aufweisen, aber auch freien Schwimmraum bieten.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Diese sehr geselligen Fische besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollten daher unbedingt in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden.
Da diese Welse empfindlich auf Nitrat reagieren, ist eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Hoplisoma. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung aufgeführt.
Diese Fische erreichen bereits nach etwa 4-6 Monaten die Geschlechtsreife.
Für die meisten Arten eignet sich ein gut bepflanztes Zuchtbecken mit einer Wassertemperatur um 25 °C.
Das Wasser sollte klar, sauerstoffreich und bakterienarm sein. Der pH-Wert sollte sich im neutralen Bereich oder etwas darunter befinden und die Gesamthärte sollte zwischen 5 und 10 °dH betragen. Ein relativ niedriger Wasserstand von 20 bis 25 cm ist zu empfehlen.
Die Vermehrung ist bei einigen Arten relativ einfach, bei anderen Arten wird eine große Erfahrung vorausgesetzt. Einige Arten konnten bisher noch nicht nachgezüchtet werden.
Bei den meisten Arten ist die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser und eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung der entscheidende Auslöser für das Ablaichen. Die meisten Arten haben feste Laichzeiten von Dezember bis März und August bis November.
Das Zuchtbecken sollte mit 1-2 Männchen und 3-5 Weibchen besetzt werden, es ist jedoch auch der Besatz mit einem Paar möglich.
Nach einer Eingewöhnungsphase von ein paar Tagen, ausreichend eiweißreicher Nahrung und einem stärkeren Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sollten die Fische paarungsbereit sein.
Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen.
Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 2 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Je nach Art kann ein Weibchen pro Laichgang bis zu 200 stark klebende und etwa 2 mm große Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Das Futter sollte abwechslungsreich und schnell sinkend sein, zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Würmer), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter oder Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.
Weitere Informationen zu Krankheiten der Panzer- und Schwielenwelse findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Zurzeit gibt es etwa 90 beschriebene und viele bisher noch unbeschriebene Arten der Gattung Hoplisoma (Stand:Mai 2026)
Literaturhinweise:
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