Fisch-Gattungen




Gattung:
Hoplisoma
Familie:
Callichthyidae
(Panzer- und Schwielenwelse)
Ordnung:
Siluriformes
(Welsartige)
Hoplisoma ist eine Gattung kleiner Süßwasserfische aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) innerhalb der Ordnung der Welsartigen (Siluriformes). Der Gattungsname bezieht sich auf die Knochenplatten auf dem Körper der Fische.
Hoplisoma sind in den Süßgewässern Südamerikas heimisch. Diese Welse bevorzugen flache, langsam bis schnell fließende Bäche und Flüsse. Sie leben bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, den sie nach Nahrung durchwühlen.
Hoplisoma-Arten sind wie alle Arten der Unterfamilie Panzerwelse (Corydoradinae) akzessorische Darmatmer. Sie sind in der Lage, nicht nur im Wasser gelösten Sauerstoff über die Kiemen aufzunehmen, sondern auch den Sauerstoff aus der an der Wasseroberfläche aufgenommenen Luft über den stark durchbluteten Darm.
Sie bewegen sich normalerweise nur dicht über dem Bodengrund, um dort nach Futter zu suchen. Ab und zu stoßen sie sehr schnell an die Wasseroberfläche, schnappen nach Luft und schwimmen genauso schnell wieder zurück zum Bodengrund. Dabei entweicht in der Regel die verbrauchte Luft wieder aus ihrem After.
Die Körperform von Hoplisoma ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse.
Die Rückenlinie ist deutlich stärker gebogen als die Bauchlinie.
Die Schnauze dieser Welse ist kurz und vorne dorsal abgerundet. Das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben.
Das Mesethmoid, ein Schädelknochen, ist bei Arten dieser Gattung klein bis mittelgroß. Bei Gastrodermus ist das Mesethmoid hingegen auffallend kurz. Bei Corydoras ist es groß und bei der Gattung Brochis mittelgroß bis sehr groß.
Anstelle von Schuppen ist ihr Körper mit zwei Reihen von Knochenplatten bedeckt. Diese sind dachziegelartig angeordnet und überlappen sich, sodass die Fische gut gegen Fressfeinde geschützt sind.
Die obere Reihe besteht in der Regel aus 21 bis 24 Platten, die untere aus 19 bis 21. Charakteristisch für die Gattung Hoplisoma ist das Fehlen von Knochenschildern auf der Schnauze.
Das Seitenlinienorgan ist, wie bei fast allen Arten der Familie Callichthyidae, äußerlich stark reduziert. Es verläuft zwischen den beiden lateralen Knochenplattenreihen. Es ist nur auf den vorderen Knochenplatten direkt hinter dem Kopf als sichtbare Poren ausgebildet.
Die Färbung dieser Fische reicht von Gelb- und Grautönen über bräunliche Nuancen bis hin zu Silber. In der Regel sind der gesamte Körper oder Teile davon mit dunklen Flecken oder Punkten bedeckt, die häufig in horizontalen Reihen angeordnet sind.
Hoplisoma-Arten verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse und den Brustflossen. In der Nähe dieser Stachelbasen befinden sich Giftdrüsen, deren Sekret bei einer Verletzung oder starkem Stress abgegeben werden kann.
Grundsätzlich geht man davon aus, dass die meisten Panzerwelse der Gattung Hoplisoma Giftstoffe absondern können, wobei die Intensität variiert. Bei der Art Hoplisoma noxium stellten Forscher ein besonders starkes Toxin fest.
Der hintere Rand des Rücken- und Brustflossenstachels ist in der Regel gezackt. Die Zacken sind, bis auf wenige Ausnahmen, zur Stachelspitze ausgerichtet.
Bei der Gattung Brochis zeigen diese Zacken hingegen zur Basis des Stachels. Bei der Gattung Scleromystax ist der Stachel der Rückenflosse zackenlos, während die Zacken des Brustflossenstachels zur Stachelbasis zeigen.
Bei den Gattungen Corydoras und Gastrodermus zeigen die Zacken des Rückenflossenstachels nach oben und die des Brustflossenstachels zur Brustflossenbasis.
Die Weibchen der Gattung Hoplisoma sind in der Regel größer und kräftiger als die Männchen. Außerdem ist die Bauchseite der Weibchen stärker ausgebuchtet.
Auch bei der Rückenflosse gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Sie kann beim Weibchen kleiner oder abgerundet sein, beim Männchen ist sie dagegen größer und oben zugespitzt. Bei einigen Arten sind zudem die Stacheln der Brustflossen und die Beborstung der Schnauze stärker ausgeprägt.
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Hoplisoma. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung angegeben.
Da Panzerwelse akzessorische Darmatmer sind, schießen sie in regelmäßigen Abständen blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen (siehe oben unter „Lebensraum“).
Sie müssen daher freien Zugang zur Wasseroberfläche haben, und die Wasseroberfläche darf niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein. Das Becken sollte gut abgedeckt sein, damit sich die Luft über der Wasseroberfläche nicht zu stark abkühlt.
Je nach Anzahl und Größe der Tiere sollten Aquarien für Panzerwelse ein Volumen von etwa 60 bis 200 Litern besitzen und einen Wasserstand von 30 bis 50 cm (für erwachsene Tiere) aufweisen. In einem Zuchtbecken sollte der Wasserstand deutlich niedriger sein (etwa 10 bis 25 cm).
Die Wassertemperatur sollte bei etwa 25 °C, der pH-Wert bei 7,0 oder etwas niedriger und die Gesamthärte zwischen 5 und 10 °dH liegen.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem der Fische.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen wie Hornkraut (Ceratophyllum), Tausendblatt (Myriophyllum) oder Sumpffreunden (Limnophila) vorhanden sein. Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum und eine unbewachsene Bodenfläche zum Gründeln vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund, idealerweise feiner Sand, da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen“ und nach Nahrung suchen.
Durch ihre bodengebundene Lebensweise nehmen sie ihre Nahrung in der Regel vom Bodengrund auf. Da sie beim Gründeln das Wasser stark trüben können, wird eine leistungsfähige Filterung empfohlen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Da diese sehr geselligen und friedlichen Fische ein ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen, sollten sie unbedingt in Gruppen von mindestens 6, besser 10 oder mehr Tieren gehalten werden. Eine Einzelhaltung oder Haltung in zu kleinen Gruppen sollte vermieden werden, da dies ihrem ausgeprägten Sozialverhalten nicht gerecht wird.
Da diese Welse empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel erforderlich.
In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen wie Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Wir empfehlen abwechslungsreiches, schnell sinkendes Futter wie zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter oder Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Verfüttern Sie mehrmals täglich kleine Portionen.
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Hoplisoma. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung aufgeführt.
Diese Fische erreichen in der Regel nach etwa 4 bis 6 Monaten die Geschlechtsreife.
Das Ablaichen wird häufig durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst, beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere, intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie durch weiches (unter 8 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,5 bis 7,0).
Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden. Für die meisten Arten eignet sich ein gut bepflanztes Zuchtbecken. Die Wasserhöhe sollte dabei etwa 20 bis 25 cm betragen.
Das Zuchtbecken sollte mit mindestens zwei Männchen pro Weibchen besetzt werden, beispielsweise mit drei Weibchen und sechs Männchen. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und reinigt potenzielle Laichstellen.
Die Männchen folgen dem Weibchen aufgeregt und vibrieren dabei intensiv. Sie stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T“ bilden. Nun gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt das Sperma (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist an der Aquariumscheibe, an Pflanzenblättern oder an Laichmopps – und heftet die Eier dort einzeln oder in kleinen Trauben an.
Je nach Art kann ein Weibchen pro Laichgang mehrere hundert stark klebende, etwa 2 Millimeter große Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Je nach Temperatur schlüpfen die Fischlarven nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach etwa 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, Artemia, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) verfüttert werden. Jungfische sollten 3- bis 6-mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Die Jungfische reagieren sehr empfindlich auf Nitrit und eine hohe Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken sowie das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig.
In Aufzuchtbecken ohne Bodengrund sollte beim Wasserwechsel auch die Bodenscheibe gereinigt werden. Entstehende Bakterienrasen (Biofilme aus Mikroorganismen) können bei Jungfischen die Entwicklung der Barteln stören.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter auf 8 bis 12 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.
Jungtiere in beengten Behältnissen sollen zu einer gewissen Aggressivität neigen. Deshalb ist es wichtig, dass sie frühzeitig ausreichend Platz erhalten.
Hoplisoma-Arten sind Allesfresser. In der freien Natur ernähren sie sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern, aber auch von Detritus und Algen.
Werden Welse gemeinsam mit anderen Fischarten gehalten, die mit dem Medikament „Malachitgrün” behandelt werden, sollte dieses nur mit Vorsicht und in der vorgeschriebenen Dosierung verwendet werden. Kupferhaltige Medikamente sind für Welse giftig und führen in der Regel zu ihrem Tod.
Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Zurzeit gibt es etwa 90 beschriebene und zahlreiche noch unbeschriebene Arten der Gattung Hoplisoma (Stand:November 2026)
Literaturhinweise:
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