Fischlexikon: Wandersaibling (Salvelinus alpinus)
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Salzwasserfische"
| Name: | Wandersaibling | |
| Ordnung: | Salmoniformes | |
| (deutsch) | Lachsartige | |
| Familie: | Salmonidae | |
| (deutsch) | Lachsfische | |
| Gattung: | Salvelinus | |
| Gattung+Art: | Salvelinus alpinus | |
| Gesamt: | 3227 Fischarten | |
Übersicht
Der Wandersaibling (Salvelinus alpinus), auch Arktischer Saibling genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae).
Der Wandersaibling kann eine Länge von etwa 110 cm und ein Gewicht von etwa 15 kg erreichen. Seine englische Bezeichnung lautet "Arctic char".
Der Wandersaibling ist mit Lachsen und Forellen, beispielsweise dem Atlantischen Lachs und der Seeforelle, eng verwandt und weist Merkmale beider Arten auf. Es ist bekannt, dass der Wandersaibling Hybriden mit der Seeforelle (Salvelinus namaycush) und der Bachforelle (Salvelinus fontinalis) bildet.
Der Wandersaibling lebt in arktischen Regionen in tiefen Binnenseen und Küstengewässern (Meer- und Brackwasser). Er stellt hohe Anforderungen an seine Umwelt: so benötigt er klares, kaltes und sehr sauerstoffreiches Wasser mit Temperaturen bis maximal 18 °C. Bei einer Wassertemperatur ab 21 °C sterben diese Fische. Nördliche Populationen leben oft anadrom. Sie wachsen im Meer heran und steigen zum Laichen in die Flüsse auf.
Merkmale
Die wichtigsten Merkmale des Wandersaiblings:
- der Wandersaibling besitzt einen schlanken, langgestreckten Körperbau, der seine größte Höhe zwischen Brust- und Rückenflosse erreicht. Ältere Tiere sind teilweise auch hochrückiger
- je nach Lebensraum ist der Wandersaibling unterschiedlich gefärbt
- seine Grundfärbung ist am Rücken meist dunkel braun-grau, braun-grünlich bis fast schwärzlich, der restliche Körper ist heller gefärbt. Die Bauchseite ist blass gefärbt
- die Körperflanken des Wandersaiblings sind meist mit undeutlichen hellen oder auch rosafarbenen Punkten bedeckt. Die Flecken entlang der Seitenlinie sind dabei am größten
- die Brust-, Bauch- und Afterflossen besitzen einen weiß abgesetzten Vorderrand. Manchmal sind auch der obere und der untere Rand der Schwanzflosse weiß
- bei juvenilen Fischen sind die Flossen blass gefärbt, bei adulten Exemplaren hingegen dunkel
- der Bauch der Männchen färbt sich in der Paarungszeit orange bis hellrot, ebenso die Brust-, Bauch- und Afterflossen. Auch bei den Weibchen können sich diese Flossen und der Bauch schwach rot färben
- die Färbung variiert stark und ist abhängig vom Alter der Fische, der Jahreszeit und dem Lebensraum
- die Maulspalte des Wandersaiblings ist sehr lang und tief und reicht bis weit hinter die Augen. Damit unterscheidet er sich von einer Forelle
- wie alle Arten dieser Gattung besitzt der der Wandersaibling sehr kleine Schuppen
- der Schwanzstiel des Wandersaiblings ist schlank, die Schwanzflosse ist nur bei Jungtieren tiefer eingebuchtet
- kleinwüchsige, großäugige Formen des Wandersaiblings im tiefen Wasser diverser Alpenseen sind oft einförmig fahlbraun gefärbt, wobei das quergebänderte Jugendkleid zum Teil erhalten bleibt
- der Wandersaibling besitzt, wie alle Arten dieser Gattung, eine Fettflosse
- Flossenformel: D IV-V/8-16, A III-IV/7-15, C 19
- Kiemenrechen: 23–32
- Wirbelzahl: 62–68
Größe
Der Wandersaibling (Salvelinus alpinus) erreicht eine maximale Länge von etwa 110 Zentimetern und ein maximales Gewicht von etwa 15 Kilogramm. Die durchschnittliche Größe liegt bei 40–50 cm.
Maximales Alter
Die Lebenserwartung des Wandersaiblings (Salvelinus alpinus) beträgt etwa 10 bis 15 Jahre.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Wandersaibling (Salvelinus alpinus) ist in alpinen Seen sowie in arktischen und subarktischen Küstengewässern der Holarktis heimisch und gilt als der nördlichste Süßwasserfisch der Welt. Einige Populationen sind anadrom. . Das heißt, sie wachsen im Meer heran und steigen zum Laichen in die Flüsse auf.
Der Wandersaibling stellt hohe Anforderungen an seine Umwelt: so benötigt er klares, kaltes und sehr sauerstoffreiches Wasser mit Temperaturen bis maximal 18 °C. Bei einer Wassertemperatur ab 21 °C sterben diese Fische.
Fortpflanzung
Der Wandersaibling (Salvelinus alpinus) laicht an felsigen Untiefen in Seen mit starker Wellenbewegung sowie in langsam fließenden, kiesbedeckten Bächen und Flüssen.
Wie bei den meisten Lachsfischen gibt es erhebliche Unterschiede in der Färbung und Körperform zwischen geschlechtsreifen Männchen und Weibchen.
Die Männchen entwickeln hakenförmige Kiefer (Laichhaken) und eine leuchtend rote Färbung. Die Weibchen bleiben dagegen relativ silbrig.
Das Weibchen schlägt mit seiner Schwanzflosse eine Laichgrube in den Kies. Ein Männchen schwimmt dabei um das Weibchen herum, drückt sich dann an ihre Seite und beginnt zu zittern. Anschließend laicht das Weibchen seine Eier ab, die dann vom Männchen befruchtet werden. Das Weibchen kann dabei bis zu fünfmal ablaichen, bevor es damit beginnt, die Eier mit Kies bzw. Sand zu bedecken.
Ein Weibchen laicht in der Regel 3.000 bis 5.000 Eier ab. Im Gegensatz zu Pazifischen Lachsen sterben Wandersaiblinge nicht nach dem Laichen, sondern laichen mehrmals im Laufe ihres Lebens, normalerweise alle 2 bis 3 Jahre. Männchen paaren sich meist nacheinander mit mehreren Weibchen.
Die jungen Wandersaiblinge schlüpfen im Frühjahr aus dem Kies und verbleiben 5 bis 7 Monate im Fluss, bis sie eine Länge von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben. Wandersaiblinge werden im Alter von 4 bis 10 Jahren und bei einer Länge von 50 bis 60 Zentimetern geschlechtsreif.
Nahrung
Die Nahrung des Wandersaiblings (Salvelinus alpinus) variiert je nach Jahreszeit und Standort. Im späten Frühjahr und Sommer ernährt er sich von Insekten an der Wasseroberfläche, Lachseiern, Schnecken und anderen kleineren Krebstieren am Seegrund sowie von kleineren Fischen, die bis zu einem Drittel seiner Größe erreichen.
In den Herbst- und Wintermonaten ernährt er sich von im See schwebendem Zooplankton und Süßwassergarnelen sowie gelegentlich von kleineren Fischen.
Wandersaiblinge, die im Meer leben, ernähren sich hauptsächlich von Ruderfußkrebsen und von Krill. In Seen lebende Wandersaiblinge ernähren sich vorwiegend von Insekten und Zoobenthos. Es wird auch berichtet, dass riesige Wandersaiblinge sowohl ihre eigenen Jungfische als auch kleine Saiblinge fressen.
Bedeutung als Speisefisch
Der Wandersaibling (Salvelinus alpinus) ist ein hervorragender Speisefisch. Er besitzt ein festes, aromatisches und fettarmes Fleisch. Wandersaiblinge besitzen nur wenige Gräten, die sich außerdem sehr leicht entfernen lassen.
Wandersaiblinge kann man braten, grillen, dünsten oder räuchern.Hier erhaltet ihr weitere Informationen zu den Nährstoffen von Süß- und Salzwasserfischen.
Krankheiten
häufige Krankheiten bei Lachsfischen (Salmonidae):
- Ansteckende Blutarmut der Lachse (ISAV)
Die Erkrankung zeigt sich in einer Abnahme der roten Blutkörperchen und punktförmigen Blutungen. Die Erkrankung ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche [weiterlesen...] - Bakterielle Kiemenschwellung
Die Bakterielle Kiemenschwellung durch starken Amöbenbefall wird seit mehreren Jahren bei Salmoniden (hauptsächlich Regenbogenforellen) beobachtet [weiterlesen...] - Drehkrankheit
Die Drehkrankheit befällt vornehmlich Jungfische. Sie deformiert das Skelett des Fisches und schädigt dessen Zentrales Nervensystem [weiterlesen...] - Furunkulose
Die Furunkulose der Fische ist eine bei Forellenfischen auftretende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Aeromonas salmonicida hervorgerufen wird [weiterlesen...] - Infektiöse Hämatopoetische Nekrose (IHN)
Die Fische zeigen im ganzen Körper petechielle Blutungen in Muskulatur, Flossen und Augen. Sie erblinden und nehmen deshalb reflektorisch eine dunkle Körperfärbung an. Vereinzelt zeigen sie Glotzaugen [weiterlesen...] - Infektiöse Pankreasnekrose (IPN)
Die Infektiöse Pankreasnekrose (IPN) ist eine hochansteckende Viruskrankheit [weiterlesen...] - Kaltwasserkrankheit (CWD)
Die Kaltwasserkrankheit (engl. Cold Water Disease, kurz CWD) ist eine bei allen Spezies der Lachsfischen weltweit auftretende Krankheit [weiterlesen...] - Karpfenlaus (Argulus foliacaeus)
Die Karpfenlaus ist nur wenig wirtsspezifisch und bei einer Vielzahl von Fischen aus zahlreichen Fischfamilien nachgewiesen [weiterlesen...] - Kiemenkrebs (Ergasilus sieboldi)
Der Kiemenkrebs (Ergasilus sieboldi) ist ein Parasit (Ruderfußkrebs), der sich in den Kiemen von Fischen einnistet [weiterlesen...] - Kratzwürmer (Acanthocephalose)
Die Acanthocephalose der Fische ist eine Parasitose bei Fischen, die durch den Befall mit verschiedenen Arten der Kratzwürmer (Acanthocephala) ausgelöst wird [weiterlesen...] - Lachslaus
Die Lachslaus ist ein Parasit, der hauptsächlich auf Lachsfischen lebt, insbesondere auf Pazifischen Lachsen, dem Atlantischen Lachs und der Meerforelle [weiterlesen...] - Maul- oder Flossenfäule (Columnaris-Krankheit)
Wie man aus der deutschen Bezeichnung dieser Krankheit entnehmen kann, bilden sich an den Flossen, an den Rändern der Schuppen und im Bereich des Fischmauls milchig weiße Stellen (ähnlich Schimmel) [weiterlesen...] - Pilzerkrankung (Mykose)
Eine Pilzerkrankung (Mykose) oder Pilzinfektion tritt stets als Sekundärinfektion auf. Pilzerkrankungen nennt man auch "Fischschimmel" oder "Wasserschimmel" [weiterlesen...] - Proliferative Nierenkrankheit
Die Proliferative Nierenkrankheit ist eine Parasitose bei Fischen, die durch Bauchschwellung, Vergrößerung der Nieren, Dunkelverfärbung und ein Vortreten des Augapfels (Exophthalmus) gekennzeichnet ist [weiterlesen...] - Rotfleckenkrankheit (PFRD)
Der Hecht ist der Wirt für die Rotfleckenkrankheit. Das Virus wurde jedoch auch bei Graskarpfen, Bachforellen, Gründlingen, der Güster, dem Rotauge und der Schleie gefunden [weiterlesen...] - Rotmaulseuche (ERM)
Fressunlust, Dunkelfärbung der Haut und Abgeschlagenheit sind fast immer krankheitsbegleitend, außer bei junger Brut, bei der Todesfälle ohne sichtbare Krankheitsanzeichen auftreten können [weiterlesen...] - Samtkrankheit
Bei einem starken Befall erscheint die Haut "samtartig", daher der Name "Samtkrankheit". Die Färbung dieses samtartigen Belages ist meistens golden-gelblich. Die Kiemen der befallenen Fische sind außerdem stark verschleimt [weiterlesen...] - Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)
Die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) ist eine mit Blutungen in die Organe (Hämorrhagie) einhergehende Viruserkrankung, die vor allem Forellenfische (Salmoniden), aber auch andere Fischarten befällt [weiterlesen...]
Literaturhinweis
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